U18-Wahl

Die U18-Wahl

U18-Wahlen werden immer neun Tage vor einem offiziellen Wahltermin abgehalten. Zur Bundestagswahl, Europawahl, Landtagswahl etc. rücken politische Zukunftsdiskussionen ins Zentrum des öffentlichen Interesses. Das beschäftigt auch Kinder und Jugendliche: Sie stellen Fragen, formulieren eigene Visionen und Wünsche an Politik und Entscheidungsträger:innen, bringen ihre Stimme ein und erproben einen Wahlgang.

Mitmachen können ausnahmslos alle noch nicht wahlberechtigten Kinder und Jugendlichen in der jeweiligen Region, in der die U18-Wahl stattfindet. Kinder, Jugendliche (mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten) oder Erwachsene können U18-Wahllokale überall dort anmelden und einrichten, wo sich Kinder und Jugendliche aufhalten: z.B. in Jugendzentren, Schulen oder Vereinen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Das Projektteam koordiniert die U18-Wahl in Thüringen und unterstützt mit Schulungen für Multiplikator:innen, Workshops für Kinder und Jugendliche, passenden Methoden und Materialien und steht mit Rat zu jeglichen Fragen zur Seite.

Die U18-Whal ist eine bundesweite Initiative und wird von den jeweiligen Koordinierungsstellen in den Bundesländern umgesetzt. In Thüringen führt Arbeit und Leben Thüringen die U18-Wahl im Rahmen des Projektes „Deine Vision 2030“ durch.

Träger des Netzwerks auf der Bundesebene sind das Deutsche Kinderhilfswerk und der Deutsche Bundesjugendring.

Die U18-Wahl als zentraler Baustein politischer Bildung

Die U18-Wahl ermöglicht Kindern und Jugendlichen, sich aktiv mit Politik auseinanderzusetzen, eigene Standpunkte zu entwickeln und demokratische Prozesse praktisch zu erproben. Damit schafft U18 einen wichtigen Erfahrungsraum, der über den Wahltag hinaus wirkt.

Im Vorfeld der U18-Wahlen finden unterschiedliche Aktionen politischer Bildung statt, etwa Workshops, Projekttage oder Diskussionsformate. Dabei setzen sich junge Menschen mit aktuellen (jugend-)politischen Themen, ihren eigenen Fragen sowie mit dem politischen System und seinen Ebenen auseinander. Materialien zu Jugendfragen, Parteien und Wahlprogrammen unterstützen sie dabei, politische Zusammenhänge zu verstehen und Unterschiede einzuordnen. Ziel ist es, dass Jugendliche selbstbestimmt Themen wählen und sich eine eigene Meinung bilden können.

Ein besonderer Wert der U18-Wahl liegt in ihrer Wirkung in beide Richtungen: Junge Menschen beschäftigen sich intensiv mit Politik – gleichzeitig bringen sie ihre Themen und Perspektiven in den öffentlichen und politischen Diskurs ein. U18 macht sichtbar, welche Anliegen junge Menschen haben, und eröffnet Möglichkeiten, diese in den politischen Raum zu tragen.

Die U18-Wahl bietet zudem die Möglichkeit, Wahlen praktisch zu erproben. Jugendliche erleben den Ablauf einer Wahl von der Stimmabgabe bis zur Auszählung und setzen sich dabei mit der parlamentarischen repräsentativen Demokratie als Staatsform auseinander. Durch diese praktischen Erfahrungen wird Demokratie greifbar und verständlich.

So bringt die U18-Wahl Politik jungen Menschen näher – und gleichzeitig junge Themen in die Politik.

How to U18-Wahl?
  1. Anmeldung
    Bei anstehenden Wahlen wird eine Anmeldemaske für Wahllokale freigeschaltet. Dort melden sich die Verantwortlichen des Wahllokals an – Kinder und Jugendliche mit Einverständnis einer erziehungsberechtigten Person oder Erwachsene. Begleiter:innen und Betreuer:innen der U18-Wahlen sollten sich parteipolitisch neutral verhalten. Eine Anmeldung oder Organisation der U18-Wahl durch Parteien oder durch die Jugendfraktionen ist explizit ausgeschlossen.

  2. U18-Wahl vor Ort pädagogisch begleiten: Viel kann, wenig muss.
    Je nach verfügbaren Ressourcen wird dir U18-Whal durch die Wahllokale selbst z.B. durch Austauschrunden, Veranstaltungen, Angebote oder Workshops pädagogisch begleitet. So können sich die U18-Wähler:innen mit ihren Fragen und Themen auseinandersetzten. Es können auch Workshops von Arbeit und Leben Thüringen angefragt werden. Wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche ihre Themen und Prioritäten möglichst selbstbestimmt setzen und sich eigenständig eine Meinung bilden können.

    Mögliche Themen der pädagogischen Begleitung sind unter anderem:
    Wie funktionieren Wahlen? Was wird gewählt? Warum wählen? Welche Möglichkeiten der politischen Partizipation gibt es außerhalb von Wahlen? Welche politische Ebenen gibt es und wo wird was entschieden? Parteien und ihre Standpunkte insbesondere zu jugendpolitischen Themen sowie zu aktuellen politischen Fragen. Eigene Meinungen, Visionen und Wünsche können erarbeitet, kreativ und öffentlichkeitswirksam aufbereitet werden. Auch der Austausch mit Expert:innen oder Politiker:innen ist möglich.

  3. U18-Wahl vor Ort umsetzen:
    Am Wahltag stellt das Wahllokal Kabine, Wahlurne und Stimmzettel zur Verfügung. Die Stimmung sollten gemeinsam im Wahllokal ausgezählt werden und werden anschließend durch die Wahllokale in die Software eingegeben.

  4. Ergebnisse und Nachbereitung
    Die U18-Koordination veröffentlicht das Gesamtergebnis der U18-Wahl (maximal auf Wahlkreis – die Stimmen der einzelnen Lokale sind für die Öffentlichkeit nicht einsehbar). Auch die Ergebnisse können im Wahllokal besprochen und eingeordnet werden.
Einblicke in die U18-Wahl
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